Ein letztes Highlight fehlt noch: Schnorcheln im Great Barrier Reef, dem größten Korallenriffsystem der Welt.
Wir können es immer noch nicht ganz fassen, dass wir nun schon den zweiten Kasuar live und in Farbe gesehen haben. Ganz beseelt von diesem wunderschönen Moment, verlassen wir den Daintree Nationalpark und brechen nach Port Douglas auf 😎
In Mossman machen wir einen kurzen Stopp. Eigentlich, um die Mossman Gorge zu erkunden. Doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung und wir sparen uns den Eintritt von 15 AUD. Irgendwie immer schade, wenn Natur kommerzialisiert wird und so wie hier nur mit einem Shuttlebus erreichbar ist 😳
Wir holen uns zwei leckere Teilchen und einen Cappuccino im Duke’s und genießen beides zusammen mit den Locals vor Ort. Wieder bin ich erstaunt, dass sich noch kein System wie Recup in Deutschland oder ähnliches in Australien 🇦🇺 durchgesetzt hat. Kaffee & Co. gibt es meistens im Pappbecher, zwar einen kompostierbaren, dennoch nicht ganz umweltfreundlich 🤔

Gegen Mittag erreichen wir Port Douglas. Wir parken direkt an der St. Mary’s by the Sea. Die weiße Kirche mit Blick aufs Wasser ist super schlicht, aber wunderschön. Von drinnen schaut das Brautpaar durch das große Fenster direkt auf den Ozean 😊





Wir schlendern zur Crystalbrook Superyacht Marina, dem maritimen Herz des schnuckligen Örtchens, wo auch morgen unsere Tour zum Great Barrier Reef startet. Hier treffen sich die Einheimischen zum Frühstück und zum Sundowner.
Die Yachten liegen ruhig im Wasser, das wird ein entspanntes Schnorcheln morgen. Wir setzen uns ins Choo Choos at the Marina, mit Tischen in einem ausrangierten Zug, genießen einen Brekkie Spritz und lassen den Blick schweifen 🥂



Die Dichte an Boutiquen, Galerien, Restaurants und Cafés, insbesondere in der Macrossan Street, ist herausragend. Das Klientel scheinbar recht betucht, wenn wir uns die Preise so anschauen 💰
Wir checken zum ersten Mal seit fast 4 Wochen in einem richtigen Hotel beziehungsweise Resort ein - Mark hat nichts besseres gefunden 🙃🙂 Trotz der Größe wirkt es recht familiär mit viel Grün und einem einladenden Pool. Mark testet ihn, denn auch in Port Douglas ist das Baden im Meer aufgrund der Krokodile verboten.

Wir chillen ein wenig, bevor wir ausgehen. In Port Douglas ist Fine Dining angesagt. Das etwas versteckt unter Bäumen gelegene Watergate Restaurant überzeugt mit seiner großartigen Küche. Wir gönnen uns als Vorspeise ein Tatar vom Gelbflossen-Thunfisch mit Wakame, eingelegtem Ingwer, Kapern, Wasabi-Mayonnaise, Nori-Pesto und -Chips.
Als Hauptgang gibt es wildes Kängurufilet 🦘 mit einer Pfeffer-Macadamia-Kruste auf geräuchertem Rote-Bete-Püree, an geröstetem Wurzelgemüse, Labneh mit Schnittlauch und einer Jus aus Buschhonig sowie wilden gebratenen Barramundi aus dem Golf von Carpentaria 🐟 serviert mit einer Krokette aus geräucherten Meeresfrüchten, Orangen-Panzanella-Salat und Romescosauce.
Und weil das alles so gut ist, darf ein Dessert auch nicht fehlen. Was haltet Ihr von Crème Brûlée aus belgischer Schokolade mit Beerenmix, frischer Minze und Crème Chantilly, geschlagener Vanillesahne?
Wow 😲 Das war mit Abstand das feinste Abendessen! Port Douglas hat kulinarisch echt was drauf. Sicherlich nichts für jeden Tag, aber für einen besonderen Abend. Schließlich war das offiziell Mark’s letzter Urlaubstag 😅






Morgen geht es mit der Poseidon aufs offene Meer. Was uns erwartet? Öffentlich wenigstens ein bisschen Sonne, auf jeden Fall 3 verschiedene Schnorchelspots am Outer Reef, rund 70 Kilometer vor der Küste, und tolle Korallengärten 👌
Die Sonne versteckt sich noch hinter den Wolken ☁️ Hoffentlich wird es auf dem Meer besser, denn auf uns wartet eines der größten Naturwunder der Erde: das Great Barrier Reef.
Mit einer Länge von über 2.300 Kilometern ist es das größte Korallenriffsystem der Welt. Es besteht aus rund 3.000 einzelnen Riffen und 900 Inseln und ist sogar vom Weltall aus sichtbar. Seit 1981 gehört es zum UNESCO Weltnaturerbe 🪸


Dieser Lebensraum ist älter als die Dinosaurier, atemberaubend vielfältig, aber gleichzeitig auch verletzlich. Umso wichtiger ist es, es zu erleben und zu schützen. Denn die Erderwärmung, Korallenbleiche und Umweltverschmutzung setzen ihm spürbar zu.
Wieder haben wir über Ausventure Travel gebucht. Danke an Anne und ihr Team für den Support. Es ist schon genial, eine deutschsprachige Ansprechpartnerin zu haben, wenn die avisierte Tour mit der Silversonic plötzlich nicht buchbar ist. Schlussendlich konnten wir sogar telefonisch buchen und zum tagesaktuellen Umtauschkurs per Banküberweisung auf ein europäisches Konto bezahlen - echt super 👍
Die Poseidon bringt uns rund 70 Kilometer nordöstlich von Port Douglas hinaus aufs offene Meer. Das Meer ist ziemlich ruppig. Mark hat glücklicherweise ausreichend Reisetabletten dabei. Dank denen geht’s, auch wenn es hart an der Grenze ist 😱


Es wird etwas ruhiger, so bald wir das Great Barrier Reef erreichen. Das Besondere an der Tour ist das Outer Reef. Der äußere Riffsaum zieht sich wie eine natürliche Mauer entlang der Kante des australischen Kontinentalschelfs. Weil es weiter vom Festland entfernt ist, ist das Wasser klarer, die Korallen farbenfroher und das Leben vielfältiger. Danke an Ausventure Travel für den Tipp.
Genau genommen ist unser Ziel das Agincourt Ribbon Reef System, eine langgestreckte Kette schlanker Riffstrukturen. Wir erleben Biodiversität pur. Mehr als 1.500 Fischarten, 400 Korallenarten und unzählige andere Meeresbewohner nennen die sogenannten Ribbon Reefs ihr Zuhause. Einige Arten, wie der winzige Dwarfgoby oder bestimmte Schnecken, kommen nur hier vor 🙃🙂
Der moderne, 24 Meter lange Katamaran gleitet über das offene Wasser, das sich von Tiefblau zu Smaragdgrün verfärbt - zumindest bei Sonnenschein. Während der Überfahrt, die die Poseidon mit gut 30 Knoten zurücklegt, erzählt die Crew mit ansteckender Begeisterung vom bevorstehenden Tag. Mit dabei sind unter anderem diverse Tauchlehrer, eine Meeresbiologin, eine Ärztin, zwei Rettungsschwimmer und natürlich der Kapitän und seine Mannschaft ⛵️
Trotz des Seegangs ist die Stimmung an Bord entspannt, das Team ausgesprochen herzlich, und da die Teilnehmerzahl auf 65 begrenzt ist, wirkt alles viel persönlicher als auf den großen Ponton Touren. Zudem gehört die Poseidon wie auch die Silversonic offiziell zur Quicksilver Group und ist mit dem „Advanced Ecotourism Certification“ für nachhaltigen Tourismus ausgezeichnet 😎
Nach 1,5 Stunden erreichen unseren ersten Stopp. Einige Neulinge wagen sich sogar ans Tauchen - Respekt! Die Crew hat alles professionell organisiert, inklusive Einweisung und persönlicher Begleitung 👌
Wir bleiben beim Schnorcheln, ziehen die Anzüge zum Schutz vor den Würfelquallen an, setzen die Masken auf und ziehen die Flossen an. Dann tauchen wir an den „Three Sisters” in eine Unterwasserwelt ein, die uns sofort in ihren Bann zieht 🤿






Die 3 großen, bunten Korallentürme, sogenannte „Bommies“, im Milln Reef wirken wie eine kleine Bergkette unter Wasser. Ihre Spitzen reichen bis auf einen Meter an die Wasseroberfläche. Das Riff ist neben seinen üppigen Hart- und Weichkorallen für seine riesigen Jacks, Barrakudas und farbenfrohen Fahnenbarsche bekannt 🐠




Zwischen Korallengärten in leuchtenden Farben, Anemonen und riesigen Muscheln gleiten Papageifische, Falterfische und Clownfische in schillernden Mustern dahin. Es ist wie ein anderes Universum. Leiser, schwereloser, wilder. Über uns blitzt ab und an die Sonne auf, unter uns pulsiert das Leben.






Weiter geht’s zur sogenannten Turtle Bay. An den Riffen nahe Agincourt sind das ganze Jahr über Grüne Meeresschildkröten und gelegentlich auch Echte Karettschildkröten anzutreffen 🐢 Wir haben kein Glück, aber die Taucher, sie haben auch einen Octopus 🐙 beobachten können.
Die Fische im Great Barrier Reef sind echte Lebensretter. Pflanzenfresser wie der Papageifisch grasen die Algen von den Korallen und verhindern so, dass diese überwuchert und geschädigt werden 👍
Andere, wie die fleißigen Putzerfische, befreien Meeresschildkröten und andere Riffbewohner von lästigen Parasiten. Ihre tägliche Arbeit hält dieses empfindliche Ökosystem im Gleichgewicht. Fehlen sie, breiten sich Algen unkontrolliert aus, die Korallen sterben ab und das Great Barrier Reef gerät ins Wanken 🫣




Wir genießen die Lichtspiele der facettenreichen Korallen im flachen Wasser. An manchen Stellen sind sie so nah an der Oberfläche, dass wir uns gar nicht trauen, die Flossen zu bewegen. Dabei sind diese echt die einzige Möglichkeit bei der Strömung und dem Wellengang Kurs zu halten 😳




Es ist unglaublich, die Korallen wirken wie bunte Felsen, sind aber in Wirklichkeit Millionen winziger Tiere, sogenannte Korallenpolypen. Sie leben in Kolonien und bilden seit Jahrhunderte diese riesigen Korallenriffe, auf denen das ganze Unterwasserleben des Great Barrier Reefs aufbaut 😊
Es ist ein unvergleichliches Gefühl über ein echtes Wunderwerk des Lebens zu schwimmen. Ihre kräftigen Farben stammen übrigens von winzigen Algen, die mit den Polypen zusammenleben und sie mit Energie versorgen. Deswegen sind die Korallen auch so fragil: Schon kleine Temperaturänderungen oder zu viel Sonneneinstrahlung können sie stressen und „bleichen“ 😢




Zwischen den Stopps gibt es an Bord ein tropisches Buffet mit frischen Garnelen 🦐, Salaten, Pasta, Curry, Beef, Obst und Wasser. Theoretisch alles, was wir brauchen, denn die lange Zeit im Salzwasser mit der entsprechenden Strömung schlaucht ganz schön. Mark hält sich dennoch zurück, er denkt an die Rückfahrt. Ich hingegen erfreue mich an den Garnelen, auch wenn’s danach gleich wieder ins Wasser geht 🤣
Am dritten Riffabschnitt, Castle Rock, wird es steiler. Die Riffwand fällt mit bis zu 25 Metern beeindruckend tief ab. Unter uns liegt die schimmernde Leere des Ozeans, vor uns drehen Sweetlips und Snapper ihre Runden. Die Korallengärten im flachen Bereich gelten als einige der schönsten der gesamten Region.






Bis zu 15 Meter Sicht haben wir. Unser Kapitän erzählt, dass sich regelmäßig Whitetip-Riffhaie, Schildkröten, Clownfische in den intakten Korallen tummeln. Nemo lässt sich in den bunten Blumenbeeten blicken sowie andere tropische Fische. Besonders faszinierend sind die riesigen Muscheln, die sich kurz öffnen, so bald ein Taucher in ihre Nähe kommt 😃








Die Crew scannt immer wieder den Horizont. Im August ist Walsaison und mit etwas Glück zeigen sich Buckelwale oder sogar die seltenen Zwergwale, die sich Schnorchlern freiwillig nähern und zu den neugierigsten Walen der Welt zählen. Auch dieses Glück bleibt uns verwehrt. Kein Wunder, bei dem Wetter würden wir normalerweise auch Zuhause bleiben 🫣




Es ist dennoch ein toller Tag. Wir bleiben jeweils 1 bis 1,5 Stunden an jedem Riff, jedes ist anders, jedes ist einzigartig, jedes ist ein kleines Wunder 🥰
Gegen 16:30 Uhr kehren wir nach Port Douglas zurück. Die Rückfahrt ist etwas ruhiger, dennoch weht immer noch eine stärkere Brise. Mit einer weiteren Erinnerung im Gepäck steigen wir in unser Auto und die letzte Etappe unserer Reise beginnt. Die nächsten 3 Tage verbringen wir in Cairns.