Ein aktiver Vulkan, die ersten Reisfelder, ein Strand mit blauen Steinen sowie unberührte Natur erwarten uns im Hochland zwischen Moni und Bajawa.

4:30 Uhr: Es ist noch stockdunkel und frisch. Wir haben uns warm eingepackt und fahren los. Es schon ein merkwürdiges Gefühl, auf einer Insel unterwegs zu sein, die mit über 10 Vulkanen zwischen Ost und West zu den aktivsten Regionen Indonesiens gehört 🇮🇩

Auch der Kelimutu ist noch aktiv. Er ist das letzte Mal 1968 ausgebrochen. Der Vulkan liegt knapp 40 Minuten oberhalb von Moni. Die Straße ist wie immer kurvig und schmal. Was ein Glück, dass uns kaum jemand entgegenkommen wird. Die meisten wollen wie wir zum Sonnenaufgang hoch 😎

Die letzten Meter laufen wir. Ich habe sogar freiwillig meine Wanderschuhe angezogen, weil es für Flipflops einfach zu frisch ist 🥾 Der Weg an sich ist gut ausgebaut, nur Licht gibt es nicht. Dank Stirnlampe jedoch gar kein Problem 😉  

Rund 1,5 Kilometer und 70 Höheneter sind es bis zur Spitze. Natürlich sind wir nicht die Einzigen. Dennoch ist es still. Jeder hängt seinen Gedanken nach oder wärmt seine Hände an einem heißen Glas Kaffee oder Tee ☕️ 

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Die Nacht war sternenklar. Hier und da ziehen ein paar Wolken über die Berge, die den Himmel in Gelb, Orange und Rot erscheinen lassen - wunderschön und mystisch zu gleich. Wir warten auf die ersten Sonnenstrahlen, um die 3 Kraterseen auf fast 1.600 Metern Höhe bestaunen zu können 🙂🙃

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Zwei liegen direkt nebeneinander. Der Tiwu Nuwa Muri Koo Fai leuchtet türkis, der Tiwu Ata Polo schimmert tiefgrün. Es wirkt als würden sie nahtlos ineinander übergehen, aber die Sonne offenbart die Felswand dazwischen.  

Es gibt noch einen weiteren, beinahe schwarzen Kratersee, den Tiwu Ata Mbupu. Er liegt im Rücken des Kelimutu. Über viele Jahre hinweg, haben sie stets ihre Farbe gewechselt. Ein Guide erzählt, der schwarze See sei sogar mal ganz weiß gewesen 😳

Der Grund: Die Farbe ändert sich je nach Mineralien, Gasen, Temperatur, Tages- und Jahreszeit. Ein weltweit einzigartiges Naturphänomen sagen Geologen 🧐

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Für die Einheimischen sind es heilige Orte. Jeder See steht für eine andere Art von Seele: die Jungen, die Alten, die Verlorenen. Wir bleiben etwas länger als viele Andere. Nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil dieser Anblick mehr erzählt als jedes Foto 😊

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Der Rückweg bei Sonnenschein offenbart die Schönheit und Weite des Kelimutu Nationalparks mit seinen etwa 50 Quadratkilometern unberührter Natur. Hoffen wir, dass es so bleibt. Denn auch auf Flores führt der Tourismus schon jetzt zu breiteren Straßen und mehr Unterkünften - und das meistens zu Lasten das Natur 😢

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Zurück in der Villa Marcellinus ist der Frühstückstisch schon gedeckt mit … Jetzt haltet Euch fest … Nutella, Erdnussbutter und Marmelade. Dazu gibt es frisches Obst und natürlich Pancakes mit Banane 🍌 und Käse 🧀 Der Toaster zaubert ein Gesicht aufs Brot, wie cool ist das denn bitte 🤣

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Gestärkt setzen wir unsere Fahrt durchs zentrale Hochland fort. Die nächste Etappe ist Bajawa. Die auf etwa 1.100 Metern Höhe gelegene Stadt ist von Vulkanen und Kaffeehügeln umgeben. Und es gibt noch eine Besonderheit: In Bajawa haben die Frauen das Sagen. Anstatt des ältesten Sohns erbt hier die älteste Tochter alles 😃

Hinter Moni passieren wir die ersten Reisterrassen. Bei Detusoko breiten sich Felder wie grüne Stufen über die Hügel aus. Noly erklärt uns, das die Qualität vom Reis auf Flores sehr stark variiert. In einigen Gegenden wie rund um Maumere wird nur 1x im Jahr geerntet. Im Westen der Insel bis zu 4x. Das ist nur mit Hybridsorten möglich, die schneller wachsen 🌾

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Der Markt von Nduaria ist auch schon in vollem Gange. Die meisten Frauen bieten Obst, Gemüse und Kräuter an, einige wenige auch bunte Stoffe an. Alles wirkt lebendig, aber nicht laut. Flores hat seine ganz eigene Atmosphäre und teilweise wird hier sogar noch Ware gegen Ware getauscht 🙏

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Die rund 150 Kilometer Luftlinie klingen überschaubar. Doch wie schon gesagt, in Flores werden die Entfernungen in Zeit gemessen. Wir verlieren gute 1,5 Stunden, weil die Straße nach Ende nur stundenweise geöffnet ist. 

Noly peilt den Slot zwischen 12 und 13 Uhr an. Wegen uns, hätten wir auch den Slot von 10:00 bis 10:15 Uhr nehmen oder uns eines der traditionellen Dörfer auf dem Weg ansehen können. So sind wir viel zu früh da und warten, dass es weitergeht. Wir nutzen die Zeit für den Blog. Ich schreibe, Mark favorisiert Fotos ☺️

Nach so viel sitzen tut es gut, sich die Beine zu vertreten. Wir stoppen an einer kleinen Höngebrücke, die über den Fluss zu wunderschönen Gemüsegärten führt. Wie schon auf Bali sorgen der Vulkan für fruchtbaren Boden und die Berge für ausreichend Wasser. 

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Nach der Mittagshitze machen wir am Penggajawa Strand Halt. Zwei Kilometer Kieselstrand übersät mit blaugrünen Steinen, die vom Meer glattgeschliffen wurden. Die Färbung entsteht durch die kupferhaltigen Mineralien in den angrenzenden Klippen - ein wahres Naturphänomen 🩵

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Die Steine werden gesammelt, nach Größe sortiert und verkauft. Wir würden glatt ein paar Kilo mitnehmen, so schön und glatt sind sie 😊 Noly trinkt seinen 2. oder 3. Kaffee, es ist ein langer Fahrtag. 

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Noch ein kurzer Fotostopp, der Blick auf den Ebulobo ist fast perfekt. Der knapp 2.200 Meter hohe Vulkan ist der Großvater unter den Vulkanen auf Flores. Das letzte Mal ist er vor mehr als Tausend Jahren ausgebrochen- was ein Glück 🍀 

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Noly macht noch einen Abstecher zu den Mangeruda Hot Springs. Dafür nimmt er die Abkürzung, was so viel bedeutet, dass er die Hauptstraße verlässt und über eine der zahlreichen Nebenstraßen mit vielen, vielen Schlaglöchern fährt. Glaubt nicht, die führt ins Nirgendwo. Nein, sogar die Schule für Landwirtschaft und zahlreiche Hühnerfarmen sind über diese Straßen erreichbar 😬

Ganz ehrlich, wir möchten auf Flores nicht selbst fahren weder mit dem Auto noch mit dem Roller oder Moped. Fast jedes entgegenkommende Auto ignoriert das Hupen von Noly, getreu dem Motto: Dann bremse du doch ab oder weiche aus. Es ist wirklich ein Wunder, dass es nicht öfter kracht 🤔

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir die Hot Springs, die am Fuße des Vulkans Inelika und eingebettet mitten in der Natur liegen. Das klare und saubere Wasser enthält Schwefel und andere vulkanische Mineralien, dessen gesundheitsfördernde Wirkung besonders gut für Hauterkrankungen ist. 

Es ist so gut wie nichts los. Die bis zu 40 Grad heißen Quellen sind perfekt zum Entspannen. Es gibt mehrere Becken sowie einen Wasserfall. Wem das zu warm ist, der kann im Fluss baden, wo heißes und kaltes Wasser sich vermischen und angenehm temperiert sind.

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Es ist mal wieder dunkel bei der Ankunft in Bajawa. Unsere Unterkunft, das Virgo Hotel, liegt etwas oberhalb des Zentrums. Es wäre sicherlich nicht unsere erste Wahl gewesen, aber so viele Alternativen gibt es nicht. Noly setzt uns zum Abendessen im kleinen Familienrestaurant Lucas ab. Dort gibt es Kürbis auf Mie Nudeln und gegrilltes Schweinefleisch mit frittieren Kartoffeln - einfache Küche, aber gut 👍 

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In Bajawa leben rund 44.000 Menschen, viele von ihnen gehören zur Ngada Kultur, die das Gesicht der Region prägt und in die auch wir noch eintauchen - gute Nacht 🌙