Sanur ist kein Ort für Spektakel, sondern zum Durchatmen, bevor es auf eine andere Insel Indonesiens geht: Flores wartet.
Sanur liegt an der Ostküste Bali’s und ist perfekt, um einen Sonnenaufgang über dem Meer zu erleben. Jedoch nicht, wenn wir mal wieder ausschlafen und gemütlich in den Tag starten wollen 😎
Vor dem Frühstück kümmern wir uns erstmal um den Blog. Er ist immer noch nicht up-to-date. Schande über mein Haupt. Ich habe zwar schon im Vorfeld einiges recherchiert, aber das was wir wirklich erleben, lässt sich nunmal erst danach in Worte fassen.
Das coole ist, oft gibt es bis 11 Uhr Frühstück, so dass wir keine Eile haben. Und was uns weit mehr überrascht, es ist immer gut. Im Naksan Homestay gibt es sogar Smashed Avocado auf dunklem Brot und eine Smoothie Bowl aus frischem Joghurt Mangos, Banane, Drachenfrucht und Granola 😋


In den 1960er Jahren strandete ein belgischer Künstler in Sanur und zog internationale Gäste nach sich. Das war der Beginn des Tourismus auf Bali. Heute leben hier etwa 15.000 Menschen, viele davon sind im Tourismus tätig, doch die Stimmung ist geblieben: zurückhaltend, freundlich, fast dörflich 😊
Ich habe zwar keinen Vergleich, doch Wayan und Yudi haben erzählt, dass sich Kuta zum Ballermann von Bali entwickelt hat. Sanur hingegen ist weniger spektakulär, viel stiller als andere Orte, es gibt keine Clubs, mehr Fahrräder als Roller und die 6 Kilometer lange Promenade am Wasser ⛱️






Bei klarer Sicht ist vom Strand aus die Inselgruppe Lumbung Bali Huts, Ceningan Island und Penida Island zu sehen. Das Wasser ist klar. Das vorgelagerte Riff schützt vor Wellen, sodass die Lagune perfekt zum Schwimmen oder Schnorcheln ist ☀️
Wir schlendern die Promenade entlang, erfreuen uns an den Palmen, dem strahlend blauen Himmel und natürlich dem Meer. Auf halber Strecke gönnen wir uns den ersten Cocktail mit Kafirblatt und Kokosnuss 🥥 sowie einen Moreno Spritz - Aperol mit Erdbeere und Basilikum 🌿






Der Strand ist gesäumt von Hotels, Cafés und Galerien, aber dennoch total entspannt, keine laute Musik, hier und da die obligatorischen Opfergaben. Das war’s 🙃🙂






Wir laufen an der Auffangstation für Schildkröten vorbei. Das Sindu Dwarawati Turtle Conservation Center wurde 2012 von engagierten Einheimischen gegründet und widmet sich dem Schutz bedrohter Meeresschildkrötenarten wie Hawksbill-, Olive Ridley- und Grünen Meeresschildkröten 🐢
Sie sammeln die Eier ein, brüten diese in geschützter Umgebung aus und pflegen die Jungtiere, bevor sie sie in die Freiheit entlassen. Die Nistplätze an den Stränden von Sanur sind aufgrund des Tourismus besonders gefährdet.


Je näher wir zum Hafen kommen, desto ruhiger wird es. Noch, denn es entsteht gerade einen weiteres, riesiges Hotel oder Resort und auch an der Promenade eröffnen in den nächsten Monaten mehr und mehr Geschäfte, Cafés und Restaurants. Wir fragen uns, wofür? 🤔




Gerade mal 3 Boote liegen im Hafen, der glücklicherweise zu klein für Kreuzfahrtschiffe ist. Lediglich die Fähren zu den vorgelagerten Inseln legen hier ab. Unsere erste Idee war ja Bali und die Gillies zu machen. Doch ein Blog mit der Überschrift: „10 Gründe nicht die Gillies zu besuchen“ hat uns abgehalten. Vielleicht sollten wir einen Artikel zur Delfintour in Lovina schreiben 🖊️






Wie wir stattdessen auf Flores gekommen sind, kann ich Euch gar nicht mehr sagen. Ich glaube, wir haben ein Foto von der Insel und den Komodowaranen entdeckt. Das hat uns so sehr gefallen, dass wir die Gillis ganz schnell verworfen haben 😎
Auf dem Rückweg biegen wir beim Icon Bali ein, ein total modernes Einkaufszentrum mit allen internationalen Marken - ein totaler Kontrast zum Sindhu Beach Market. Vorher stillen wir noch unseren Durst in der Sandy Beach Bar, deren Motto lautet: Where the sands meets the Ocean. Wir probieren 2 Signature Cocktails: einen mit Cheesecake und einen mit Pandanus Likör. In Sanur ist gefühlt den ganzen Tag Happy Hour🍹



Die Zeit verfliegt wie im Flug, so wie immer, wenn es schön ist. Wir holen noch unsere Wäsche ab, frisch gewaschen, getrocknet und ordentlich zusammengelegt. Abgerechnet wird per Kilo. Wir waren schon lange nicht mehr in Asien, aber das funktioniert immer noch 🤣
Ich muss es nochmals betonen, weil ich immer noch komplett überrascht bin. Die kulinarische Vielfalt ist echt überwältigend. So gute Croissant habe ich selten gesehen und gegessen. Auch die Zimtrolle ist 1A mit Sternchen. Es gibt sogar richtiges Baguette 🥖 und Brot zu kaufen - traumhaft.
Wir relaxen noch etwas am Pool und ich schreibe den nächsten Blogbeitrag fertig. Da waren es nur noch 2. Mark sortiert fleißig Bilder aus. Schließlich müssen wir irgendwie mit dem Speicherplatz auskommen. Die ganzen Videos habt Ihr ja auch noch nicht gesehen 🫣
Um 19 Uhr gehen wir ins Mozza. Ihr glaubt gar nicht, wie gut eine Dusche am Abend tut bei an die 30 Grad. Einmal die ganze Sonnencreme abspülen und natürlich auch das Mückenzeugs. Das kommt natürlich hinterher wieder drauf. Wobei das aus Australien, die Eigenmarke vom Woolworths, sehr viel angenehmer ist als das Off und das Nobite 🦟
Beim Abendessen erleben wir ein kleines Phänomen, was wir uns unbedingt merken müssen. Das Mozza hat eine sehr gute Karte mit einer großen Auswahl. Wir bestellen das Carpaccio vom Thunfisch und das Tenderloin Beef - beides wirklich sehr gut 👍 Zusätzlich wollen wir das Beef Pendang, was unterwegs so lecker war. Fazit: Indonesisch kochen können sie nicht 👎
Was lernen wir daraus? In einem modernen Restaurant genießen wir zukünftig eher internationale Küche. Für die authentische Küche ist das kleine Warung zu bevorzugen. Darauf den letzten Whiskey 🥃


Wir verabschieden uns für ein paar Tage von Sanur und fliegen nach Flores, ursprünglicher, wilder und für viele sicherlich unbekannter als Bali. Laut Lonley Planet jedoch eine der vielfältigsten und zugleich unterschätztesten Inseln Indonesiens 🇮🇩
Wir brechen vor der Rushhour auf, so dass wir tatsächlich 30 Minuten später schon am Flughafen in Denpasar sind. In 2,5 Stunden geht unser Flieger über Kupang nach Maumere. Eigentlich würde der Flug nur knapp eine Stunde dauern, aber der Direktflug wurde nach Corona gestrichen 😢
Jetzt überfliegen wir Flores und landen in Kupang zwischen. Dort haben wir anstatt der geplanten 1 nun 3 Stunden Aufenthalt. Genug Zeit, Euch auf Flores einzustimmen 😉




Flores ist nicht einfach nur eine Insel. Flores ist eine Welt für sich. Die Insel ist über 350 Kilometer lang, aber aufgrund der kurvigen Bergstraßen brauchen wir von Maumere nach Labuan Bajo 4 Tage - natürlich mit entsprechenden Stops entlang der Strecke 😱
Verteilt auf verstreute Dörfer, kleine Städte und Küstenorte leben etwa 2 Millionen Menschen auf Flores. Das Kuriose: Es gibt 15 verschiedene Ethnien auf der Insel und jede hat ihre eigene Sprache, Häuserform, Rituale und Kleidung 🫣
Trotzdem sind die Menschen auf Flores durch eine Sache stark verbunden: den katholischen Glauben. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind getauft und selbst in den abgelegensten Orten prägen Kirchen das Bild 🔔
Dies ist eine Erinnerung an die portugiesischen Missionare, die im 16. Jahrhundert hierherkamen und Spuren hinterließen, die bis heute sichtbar sind.
Mit einem kleinen Propellerflugzeug geht es pünktlich weiter nach Maumere. Der Flughafen ist so klein, dass es uns nicht wundern würde, wenn wir unser Gepäck direkt am Flugzeug bekämen. Nein, es gibt ein Kofferband, genau eins, ein kleines 😃


Noly, unser Fahrer von PT Rijamo Flores Tours, ist auch schon da. Er trägt ein breites Lächeln und spricht leise. Genau so ist Flores: freundlich, zurückhaltend und tiefgründig. Übrigens, haben wir auch diese Tour im Vorfeld von Deutschland aus gebucht. Gisela war dabei eine große Hilfe - vielen Dank 🙏
Willkommen am Rande der Welt: Gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang kommen wir im Coconut Garden Beach Resort an. Unser erster Gedanke, schade, dass wir nur eine Nacht bleiben. Es ist wunderschön - keine Jetskis, keine Bars, keine Musik, nur das Rauschen des Meeres und die Geräusche der Natur.





Dem Besitzer ist ein wahres Meisterwerk gelungen. Nur 20 Minuten von Maumere entfernt, liegt das Coconut Garden Beach Resort in einer stillen Bucht mit hellem Sandstrand, Palmen 🌴 und einzelnen Bungalows. Diese sind komplett in die Natur eingebettet. Anstatt auch nur eine Palme zu fällen, wurden sogar zusätzlich welche angepflanzt, genauso wie Ananas, Papaya, Bananen und Drachenfrucht, um sich weitgehend selbst zu versorgen 🥰

Die Bungalows sind liebevoll eingerichtet. Geduscht wird unter freiem Himmel. Wir bestellen unser Abendessen. Noly hat uns noch den Tipp gegeben, iss Fisch, wo du das Meer siehst, ansonsten Gemüse mit oder ohne Hühnchen oder auch Schwein, je nach Region.
Etwa eine Stunde später essen wir barfuß mit den Füßen im Sand in dem kleinen Restaurant Abend. Hier wird alles frisch serviert: unsere Cocktails, das gegrillte Thunfischsteak, die gegrillten Kalamari und natürlich auch die gegrillte Ananas mit Zimt und Schokolade 😋





Über uns funkelt der klare Himmel, ein gutes Zeichen für die nächsten Tage. Schon die ersten Eindrücke zeigen, Flores fühlt sich nicht nur anders an als Bali, es ist anders. Mit einem Rum stoßen wir auf unser nächsten Abenteuer an und sagen gute Nacht 🥃