Schon gegen 7 Uhr sind wir munter und  erkunden Villa de Leyva, eine der schönsten und besterhaltenen Kolonialstädte in Kolumbien 🇨🇴

Auch sie hat eine bewegende Geschichte, die bis zur Gründung im Jahr 1572 zurückreicht. Der Name Villa de Leyva stammt von Hernán Suárez de Villalobos, dem spanischen Eroberer und Gründer der Stadt, der sie zu Ehren seines Kommandanten Andrés Díaz Venero de Leyva benannte 🧐

Wir schlendern durch die Straßen und bestaunen die beeindruckende Architektur. Malerische, weiß getünchte Gebäude und gepflasterte Straßen verleihen der Stadt ein charmantes und zeitloses Aussehen 🥰

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Eine interessante Legende besagt, dass einige der Gebäude in Villa de Leyva auf Treibsand gebaut wurden, der sie im Laufe der Zeit langsam verschluckt. 

Obwohl dies vielleicht eher eine mythologische Erklärung ist, trägt es sicherlich zum Charme und zur Mystik der Stadt bei, die so langsam erwacht 🤫

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Beim Frühstück treffen wir dann Jason, unseren Reiseleiter, und unsere Mitreisenden Heike & Gerd, Christian, Manja & Silvio sowie Conny & Martin. Erstes Thema natürlich, wer ist wie nach Kolumbien gekommen 🤣 Kerstin & Micha haben wir ja schon in Brüssel getroffen.

Unser Hotel Sol de la Villa befindet sich in der Nähe vom Plaza Mayor. Der Platz gilt als einer der größten Plätze in ganz Lateinamerika und beeindruckt mit seiner überdimensionierten Größe von 14.000 Quadratmetern. 

Er ist von weißen Kolonialgebäuden umgeben und fungiert als zentraler Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Hier finden das ganze Jahr über zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Feste statt 😎

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Wichtigstes Erkennungsmerkmal: die Kirche Iglesia Parroquial aus dem 17. Jahrhundert. Ihr imposantes Äußeres und ihre reich verzierte Innenausstattung zeugen von der historischen Bedeutung der Stadt. Da gerade ein Gottesdienst ist, ja, die Kolumbianer sind sehr katholisch, linsen wir nur kurz rein, ohne ein Foto zu machen 👀

Eines der schönsten Gebäude der Stadt ist das Kloster Monasterio de las Carmelitas Descalzas, welches von den Karmelitinnen ebenfalls im 17. Jahrhundert gegründet wurde. 

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Aufgrund seines zeitlosen Charmes diente Villa de Leyva oft als Film- und Fernsehkulisse. So wurde hier 2013 der Film „El Libertador“ gedreht, der das Leben des südamerikanischen Unabhängigkeitsführers Simón Bolívar porträtiert.

Ich denke, wenn sagt Euch vielleicht eher der deutschen Spielfilm „Die zwei Leben des Daniel Shore“ aus dem Jahr 2009 etwas. Der Film erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach einem Schlaganfall sein Gedächtnis verliert und auf der Suche nach seiner Identität ist.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt auch das Casa Terracota, das größte Gebäude der Welt, das komplett aus Lehm gebaut wurde. Ein architektonisches Meisterwerk, das von dem kolumbianischen Künstler Octavio Mendoza Morales geschaffen wurde 😲

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Gedacht war es eigentlich als Wohnhaus, doch dann waren die Nachbarn und Touristen so neugierig, das er es 13 Jahre und 500 Tonnen Lehm später, kurzerhand zum Museum erweiterte 🙃🙂

Danke Jason, dass Du so spontan warst und uns den Besuch ermöglicht hast - entgegen meiner Behauptung, es stünde im Reiseprogramm 😉

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Außerhalb der Stadt befindet sich das Kloster Santo Ecce Homo. Es ist ein wichtiges Zeugnis der religiösen und kulturellen Geschichte Kolumbiens und bietet einen faszinierenden Einblick in die Vergangenheit des Landes. Es beeindruckt vor allem mit seiner eleganten Architektur und seinem historischen Charme. Der Klosterinnenhof, der Garten und auch der Friedhof sind besonders bezaubernd und laden zum Verweilen und Entdecken ein 🫣

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Besonders interessant sind die vielen Fossilien, die in den Böden und Wänden verbaut wurden. Interessant für uns, nicht für die Kolumbianer, denn Ammoniten gibt es hier wie Sand am Meer.

Kein Wunder, vor rund 120 Millionen Jahren lag die komplette Region unter Wasser. Erst als die tektonischen Platten die Anden hochschoben, entstand diese weitläufige, grüne Region, die heute vorwiegend vom Gemüseanbau und nationalem Tourismus lebt 😊

Ja, Ihr lest richtig, die Gegend ist sehr beliebt bei Einheimischen. Insbesondere an den Wochenenden machen viele Kolumbianer einen Ausflug aufs Land und entfliehen der Großstadt.

Unser nächster Stopp ist das Museum El Fósil. Es beherbergt eine beeindruckende Sammlung prähistorischer Fossilien, die einen Einblick in die reiche paläontologische Geschichte der Region bieten 🤔

Das Museum wurde 1977 rund um den bedeutendsten Fund gebaut: ein fast vollständig, erhaltenes Skelett eines Monquirasaurus, der zur Gattung der Kronosaurier gehörte, vor Millionen von Jahren im Wasser lebte und seinem Aussehen nach glatt als Vorfahre der Krokodile 🐊 durchgeht. Der Größe nach war es mit gut 7 Metern ein eher kleiner Saurier.

Entdeckt wurde er von den Bauern der Umgebung, wie auch alle anderen Überreste von Dinosauriern, Fischen, Schildkröten und anderen prähistorischen Lebewesen. Liebevoll präsentiert tauchen wir in die faszinierende Welt der Urzeit ein.

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In Ráquira dreht sich alles ums Kunsthandwerk. Bevor wir eine Töpferei besichtigen, stärken wir uns erstmal. Die Empanadas, die Käsebrötchen und der Käsekuchen sind genau das Richtige für zwischendurch 👌

Octavio und seine Familie haben sich auf Blumentöpfe in verschiedenen Formen, Dekors und Größen. Bis zu 450 Stück fertigt er pro Tag - alles überwiegend auf Bestellung für den Groß- und Einzelhandel. 

Der Lehm kommt aus der Region. Das Gemisch besteht auf zwei Sorten. Der eine sorgt für die Geschmeidigkeit, der andere für die Hitzebeständigkeit ☀️

Bevor die Form bemalt wird, trocknet sie 3-4 Tage in der Sonne. Anschließend kommt  sie zusammen mit den anderen rund 2.000-2.500 Stück in den Ofen. 60-70 Stunden braucht dieser, um mit Steinkohle auf über 1.000 Grad erhitzt zu werden. Und genauso lange werden die Formen dann gebrannt 🔥

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4 Tage lässt Octavio den Ofen abkühlen, bevor er die winzige Mauer aus Ziegelsteinen zur Hälfte wieder einreißt. Der Rest folgt weitere 3 Tage später. 

Na, habt Ihr mitgerechnet? Ein Blumentopf braucht somit gute 2 Wochen bis er mit Schutzlack überzogen auf Reisen gehen kann. Ein lukratives Geschäft? Beurteilt selbst: Ein mittelgroßer Blumentopf kostet 3.500 COP, umgerechnet etwa 80 Cent 💰

Anschließend schlendern wir noch durch die malerischen Straßen des Städtchens und bewundern die bunten Wandmalereien und Keramikdekorationen, die typisch für Ráquira sind. Was für ein buntes Treiben - einfach toll 😊 

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Zurück in Villa de Leyva kaufen wir erst einmal eine Flasche Rum 🥃 Ihr wisst ja, wir desinfizieren uns im Urlaub immer von innen und außen. Morgens Perentherol und abends einen Schnaps 😜

Jason begleitet uns ins El Patio, ein schönes Gartenrestaurant mit chilliger Musik 🎧 Wir wagen uns an Mix de Chorizos und Mojarra Asarda, einen flunderartigen Fisch. Dazu einen erfrischenden Chardonnay - das ist Urlaub 😋

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Zum Abschluss des erstes Tages gibt es noch ein leckeres Eis bestehend aus den Sorten Joghurt mit Physalis, Limette mit Kokos sowie Mango mit Sesam und danach einen Rum - auch eine sehr gute Wahl 😊