Ein weiteres Highlight wartet auf uns: die Grünen Meeresschildkröte und vielleicht sogar eine Lederschildkröte. 

Der Tag beginnt für mich so lala. Während ich versuche, meinem Körper die nötige Ruhe zu schenken, verbringt Mark die Morgenstunden am Pool. Glücklicherweise ist erst um 11 Uhr Check-Out.

Knappe 1,5 Stunden sind es bis nach Tamarindo, einem lebhaften Ort an der Pazifikküste. Neben beeindruckenden Surfspots 🏄‍♀️ liegen auch der Playa Nombre de Jesús und der Playa Real ganz in der Nähe – zwei der wichtigsten Niststrände der Grünen Meeresschildkröte 🐢

Bevor wir auf Tour gehen, suchen wir erstmal das Green Papaya auf. Das Essen sieht gut aus, ist aber dennoch so gar nicht meins. Kennt Ihr das? Nicht zu wissen, ob der Magen noch rebelliert oder ob Ihr doch nur Hunger habt 🙄 

Tamarindo ist das komplette Gegenteil von Dominical oder Sámara - nichts mit Pura Vida, oder gerade doch? Das Küstenstädtchen zieht Reisende aus aller Welt an, vor allem Nachtschwärmer, die gerne Live-Musik, Tanz und Cocktails unter den Sternen genießen, und natürlich Surfer 🏄🏻 Kein Wunder, der Playa Grande macht seinem Namen alle Ehre. Dazu kommt das ganzjährig warme Klima ☀️

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Die Mischung zwischen sanften Wellen für Anfänger und den legendären Breaks für erfahrene Surfer machen Tamarindo zum idealen Spot. Auch Mark lässt es sich nicht nehmen ein Bodyboard auszuleihen und sich in die Wellen zu stürzen. Begeistert erzählt er mir, wie toll es war. Ich habe nämlich die Zeit in unserer Unterkunft verbracht und noch einmal geschlafen 😴

Schließlich möchte ich fit sein für unsere Tour in den nahegelegene Stränden, die als Nistplatz für die seltenen Lederschildkröte und die Grüne Meeresschildkröte bekannt sind.

Beide sowie auch die Olive-Bastardsschildkröte legen an den Stränden Playa Nombre de Jesús, Playa Real und Playa Bahía de los Piratas zwischen Oktober und März ihre Eier ab. Wir versuchen unser Glück im Rahmen einer geführten Nachttour 🌙

Los geht’s gegen 17:30 Uhr. Wir fahren durch den Berufsverkehr, wohl eher durch den Ich-bin-zu-faul-zu-laufen-Verkehr 😂 und erreichen unser erstes Ziel erst über eine Stunde später. Mit Taschenlampen ausgestattet, laufen wir zum Strand. Warum stand in der Buchungsbestätigung wohl, bitte Schuhe tragen, die nass werden können? Zu manchen Menschen fällt uns einfach nichts ein ...

Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, am Strand zu liegen, der Meeresbrandung zu lauschen und darauf zu warten, dass die Schildkröten an Land kommen. Das sind Erinnerungen, die lassen sich nicht in Bildern festhalten. Es ist stockdunkel 🤭

Unser Guide läuft den Strand hoch und runter - ohne Erfolg. Er nutzt rotes Licht, weil dieses die Schildkröten weniger stört und ganz wichtig, ihre Nachtsicht erhalten bleibt 👍 Irgendwann gibt er auf. D.h. zurück zum Bus und weiter zum nächsten Strand. Warum ist das nur so schwer?

Ganz einfach, im Vergleich zur Olive-Bastardschildkröte, die bevorzugt in Gruppen an die Strände kommt, ist die Grüne Meeresschildkröte zwar weniger scheu als die Lederschildkröteals, aber dennoch eher ein Einzelgänger. D.h. sie braucht Ruhe, um ihre Nester zu graben und Eier abzulegen.

Die Eiablage erfolgt meist in der Dunkelheit. Die Weibchen kehren dabei oft an den Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind – ein Phänomen, das als “Natalhoming” bezeichnet wird. Dort legen sie zwischen 100 und 150 Eier ab 🥚

Da ist eine frische Spur und da kommt eine aus dem Wasser. Die jetzt bloß nicht stören, sonst kehrt sie um 🙏 Es sind auf jeden Fall Grüne Meeresschildkröten. Mit einer Länge von bis zu 1,5 Metern und einem Gewicht von rund 180 Kilogramm sind sie ist sie deutlich kleiner als die Lederschildkröte, die mit bis zu 600 Kilogramm und einem weichen Rückenpanzer die größte aller Meeresschildkröten ist 🐢

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Dafür gehört die Grüne Meeresschildkröte zu den bekanntesten Arten weltweit und spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem. Weil ihre Nahrung hauptsächlich aus Seegras und Algen besteht, trägt sie zur Gesundheit der Seegraswiesen bei, die als Lebensraum für zahlreiche Meeresarten dienen.

Besonders interessanter Fakt: Die Sandtemperatur bestimmt das Geschlecht der Jungtiere. Bei Temperaturen unter 29 °C schlüpfen überwiegend Männchen, während Temperaturen über 30 °C vermehrt Weibchen hervorbringen. Extreme Temperaturschwankungen könnten langfristig das Geschlechterverhältnis stark verschieben und die Population gefährden.

Was passiert, wenn nur Männchen oder Weibchen schlüpfen, muss ich Euch sicher nicht erklären 🫣 Der Schutz und die Überwachung der Nistplätze ist daher entscheidend, um dieses fragile Gleichgewicht zu bewahren ⚖️

Es hat etwas beruhigendes, diese majestätische Meeresbewohner bei der Eiablage zu beobachten - ein tief berührender Moment und ein unvergessliches Erlebnis, das uns einmal mehr die Schönheit und Zerbrechlichkeit der Natur vor Augen führt ❤️

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PS: Die Fotos sind mit Lightroom bearbeitet, eigentlich waren die Schildkröten alle Rot 🥰

Gegen 23 Uhr sind wir zurück in Tamarindo. Wäre ich richtig fit, würden wir noch einen Drink zu uns nehmen und den Klängen der Salsamusik lauschen, vielleicht selbst ein wenig tanzen. So geht’s geradewegs ins Bett 😴

Juhuuu … meine Lebensgeister sind zurück. Die Schildkröten und das bequeme Bett haben gut getan 😃 

Da Mark so geschwärmt hat, leiht er sich nochmals ein Bodyboard und schmeißt sich in die Wellen - mein Surfer Boy 🏄‍♂️ Ich drehe das ein oder andere Video, so viel Spaß hat er dabei. Er freut sich wie ein kleines Kind über die richtig guten, schnellen Wellen 🥰

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Leider müssen wir schon um 11 Uhr auschecken und vorher noch frühstücken - ein kurzes Vergnügen. Gut, dass ich schon ein Croissant hatte. Das Gallo Pinto mit Spiegeleiern und Toast macht meinen Magen noch etwas nervös 😬 

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Unser nächstes Ziel: der Río Celeste. 3 Stunden sagt Waze und behält Recht 😂 Dafür führt er uns aber auch durchs Hinterland vorbei an einer riesigen Zuckerfabrik. Die App ist wirklich gut. Wir möchten sie nicht missen - und natürlich auch nicht Roger Federer 🎾 Die Landschaft verändert sich zunehmend. Anstatt Palmen 🌴 drängen sich wieder mehr Bäume 🌳 in den Vordergrund. 

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Die neue Unterkunft entpuppt sich als kleines Juwel. Der Garten ist ein Traum. Unsere Hütte 🛖 einfach, aber dafür kostet sie auch nur 60 US-$ - ein Schnäppchen für so kurzfristig. Unsere eigentlich gebuchte Unterkunft hat uns nämlich vor ein paar Tagen mitgeteilt, dass sie renoviert 😌

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Wir erkunden den Garten 🪴 Es gibt so gar einen Pool. Normalerweise wäre Mark sofort dabei, aber aufgrund der vielen Teiche ist hier definitiv No Bite angesagt - die Moskito fühlen sich pudelwohl 🦟 Schön wär’s, wenn’s auch gegen Bettwanzen oder ähnliches Viechzeugs helfen würde, denn meine Beine sehen schon aus wie ein saftiger Streuselkuchen 🙈

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Mark finalisiert für Euch unseren Blogbeitrag rund um Weihnachten, während ich den Rotaugenlaubfrosch suche. Dieses wunderschöne, farbenfrohe Exemplar fehlt uns noch. In der Abenddämmerung zwischen 17 und 18 Uhr stehen die Chancen eigentlich ganz gut, dass er ausgeschlafen hat und sich auf Nahrungssuche begibt.

Ich schaue gefühlt unter jedes Blatt 🍃, leuchte jeden Baumstamm ab - nichts. Er tarnt sich einfach zu gut. Wollt Ihr mir bei der Suche helfen. So sieht er aus. Danke an Gudrun von Jungle Snaps - Costa Rica für die tollen Bilder.

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Ich finde dafür Fledermäuse 🦇, stolpere mehr oder minder über einen anderen  Frosch und erlebe, wie die Seerosen erblühen - auch schön 😊

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Irgendwann ist es Zeit fürs Abendessen 🥘 Da die Unterkunft mitten im Nirgendwo ist, fahren wir die komplette Schotterpiste wieder zurück. 20 Minuten für knapp 10 Kilometer, da ist mal wieder Pura Vida angesagt, besonders in vollkommener Dunkelheit.

Das Lokal wirkt auf den ersten Blick geschlossen, wenn da nicht der Lärm wäre. Oben in der Sportsbar läuft irgendein Fußballspiel ⚽️ Zum Leidwesen des Kellners setzen wir uns auf die Terrase, um in Ruhe essen zu können. Wir genießen Erdbeeren mit und ohne Alkohol - ja, der Mojito und der Daiquiri sind top 👌

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Auch der Hamburger und das Steak mit den Spaghetti können sich sehen lassen. Wer hätte das gedacht? Ihr kennt uns, natürlich haben wir vorher bei Google geschaut. Da hat es eine 4,6 🤣 Die beste Nachricht zum Schluss: Mein Magen hat sich beruhigt, es schmeckt wieder 😋 Es war glücklicherweise nur eine Eintagsfliege.