Das Reisen im Camper ist Teil der Kiwi Kultur. Wir erleben das neuseeländische Lebensgefühl hautnah - auf geht’s nach Gore Bay.

Genauso haben wir uns das vorgestellt. Wir schlafen mit Meeresrauschen ein und wachen damit auf. Unser erster Campingplatz liegt direkt an der Gore Bay, der wilden Küste etwa 120 Kilometer nördlich von Christchurch.

Wäre es ein Hotel, stände in der Beschreibung Meerblick mit direktem Zugang zum Strand, beim Appartement käme noch hinzu vollausgestattete Küche und beim Hostel der Hinweis aufs Gemeinschaftsbad. Kurzum: Wir haben alles, was wir brauchen. Und theoretisch ja auch unser eigenes Klo mit Dusche, aber das macht mehr Arbeit 🙃🙂

Ein kleiner Blick zurück, was bisher geschah: Sobald wir den Tangoriro National Park verlassen haben, schien mehr oder minder die Sonne. Das ist natürlich zum Fahren ganz angenehm, dennoch kommen wir uns etwas verkackeiert vor. Nun gut, genießen wir wenigsten noch etwas die tolle Landschaft 🙃

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Mark hat auf dem Weg noch ein tolles Restaurant gefunden. Es befindet sich in einem der zahlreichen viktorianischen Häuser, die auf der Nordinsel noch weit verbreitet sind. Es gibt knuspriges Schwein auf Püree mit Apfel und Ahornsirup und Lamm an geröstetem Wurzelgemüse 😋

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Die restliche Strecke nach Auckland verläuft reibungslos. Für die Hamilton Gardens und die Huna Fall ist die Zeit zu kurz und der Mix aus Sonne und Wolken zu unbeständig. Wir lassen beides links liegen und schauen dafür kurz beim Mountain Warehouse vorbei 👀

Tatsächlich werden wir wieder fündig, 2 T-Shirts für Mark und 2 Hosen für mich - perfekt. Danach checken wir im Motel ein und vertilgen unsere Reste. Die Rucksäcke sind zum Glück schon gepackt, so dass wir den Abend einfach ausklingen lassen können 👌

Der Wecker klingelt um 5:15 Uhr, da wir mit etwas Verzögerungen bei der Rückgabe des Autos rechnen. Leider haben wir dank eines LKWs einen nicht ganz unerheblichen Steinschlag in der Scheibe. Die brausen mit gut 100 Kilometer pro Stunde durch die Landschaft, egal was kommt.

Wir waren so ehrlich und haben es der Autovermietung gleich mitgeteilt. Das Problem ist nicht der Schaden selbst, wir sind versichert. Nur will die Autovermietung nun die komplette Kaution einbehalten, bis die Rechnung der Reparatur vorliegt. Das sind 2.500 NZ-Dollar, dafür bekommen sie mindestens 5 neue Windschutzscheiben 😓

Nach einer kurzen Diskussion heißt es, aus Kulanz müssen wir nur 250 NZ-Dollar hinterlegen - puh, Glück gehabt, denken wir, bis wir unsere Kreditkartenabrechnung checken. Natürlich haben sie doch die volle Summe abgebucht und das schon am Tag zuvor, ohne Ankündigung. Das sind echt Sausäcke. Zur Krönung des Ganzen flattern dann noch die automatisierten E-Mails ins Postfach, dass 1. alles fein mit dem Auto ist und 2. wir sie doch bitte bewerten sollen - unfassbar 😡

Drücken wir einfach mal die Daumen, dass sie das jetzt schnell reparieren und uns die restliche Kohle zurück überweisen 🤞

Der Flug nach Christchurch mit Air New Zealand verläuft unspektakulär. Um kurz nach 10 Uhr sind wir samt Gepäck draußen und warten auf den Shuttle zur Camperstation. Der lässt so lange auf sich warten, dass wir schlussendlich anrufen 📞 Irgendwann kommt der nette Herr, der uns natürlich erzählt, er wäre ja da gewesen … ja, ja!

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Wer schon mal einen Camper gemietet hat, weiß, dass das etwas dauert. Genauso wie in Australien damals dauert der ganze Prozess gut 2 bis 2,5 Stunden inklusive einem erneuten Check der Reifen. Dafür wissen wir jetzt, wie das Gas, das Wasser, die Heizung und das Licht funktionieren. Wie damals haben wir uns für mehr Platz und Komfort entschieden. In unserem Apollo Euro Camper ist alles 6x vorhanden, das heißt auch, wir müssen das Bett nicht ständig umbauen 🤣

Das Regal, wo Leute ihre übergeblieben Lebensmittel hinstellen, war nicht ganz so gut gefüllt, dennoch sind schon mal Dinge dabei wie Salz, Pfeffer, Olivenöl, Küchenrolle, Klopapier, Shampoo und das Zeug, was in die Toilette muss 🙏 Den Rest stocken wir im Supermarkt auf.

Christchurch selbst lassen wir erstmal links liegen. Die Stadt wäre definitiv einen Besuch wert, aber das verschieben wir aufs Ende unseres Roadtrips. Vorerst liegt unser Fokus lauf der Südinsel abseits der Urbanität. Genau dafür macht der Camper Sinn. Gerade im Süden, wo zwischen vielen Orten schlicht nichts ist außer Natur, Küste und ein paar Schafen. Los geht’s 😎

Ich bin immer wieder fasziniert, wie schnell sich Mark auf neue Fahrzeuge einstellt. Schwups hat er das Teil mit ca. 7,80 Meter Länge, 2,40 Meter Breite und 3,60 Meter Höhe gewendet. Bei mir hätte das auf jeden Fall länger gedauert 😂 Wir verlassen den Dunstkreis von Christchurch und stellen fest, die Landschaft ist ganz anders als im Norden: weniger grün, dafür trockener und rauer.

Die letzten Kilometer schlängeln sich durch die Hügel von Hurunui. Die Straße wird schmaler und kurviger. Mit einem Camper heißt das, langsamer fahren, etwas ausschwenken, um keine Bäume zu streifen, und aufpassen, dass wir bergab nicht zu schnell werden. Zum Glück ist nicht all zu viel los 🙏

Wir halten an den Cathedral Cliffs, der Aussichtspunkt liegt direkt an der Straße und bietet ausreichend Platz zum Parken. Von oben wirken die Klippen wie Orgelpfeifen aus bröseligem Lehm. Ähnlich wie die Putangirua Pinnacles sind die senkrechten Spalten durch Erosion entstanden 🙂🙃

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Kurze Zeit später erreichen wir den Gore Bay Campground. Der Campingplatz liegt direkt am Meer und abgelegener geht’s nicht: keine Cafés, keine Läden, keine Promenade, nur ein langer Strand und steile Klippen. Für uns genau das Richtige zum Ankommen. 

Wir schließen unseren Camper an den Strom an, bauen Tisch und Stühle auf und stoßen erstmal mit einem Gin Tonic auf unser nächstes Abenteuer an. Mark erkundet kurz den Strand, während ich koche. Dafür benutzen wir die vorhandene, gut ausgestattete Küche👌

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Auf dem Campingplatz herrscht ruhige Betriebsamkeit. Die Kiwis kommen gerne übers Wochenende nach Gore Bay, einige auch nur zum Zelten. Tatsächlich war das Örtchen früher eines der Sommerziele für wohlhabende Familien aus Canterbury. Keine Ahnung, welche Gegend sie heute bevorzugen 😅

Wir genießen die Ruhe und lauschen dem Meer. Da der Tag lang war, verschwinden wir kurz nach Sonnenuntergang in unserer Koje. Mal schauen, wie die erst Nacht wird - müde genug sind wir.

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Und da sitze ich jetzt bei einem ersten selbst gemachten Dirty Chai, blicke aufs Meer und schreibe die ersten Gedanken auf. Zum Sonnenaufgang aufzustehen, haben wir leider nicht geschafft. Um 5:45 Uhr haben wir noch tief und fest geschlafen 😴

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Dafür geht es jetzt an den Strand, den wir fast für uns allein haben. Aufgrund der tosenden Wellen ist er perfekt zum Surfen. Baden ist auch möglich, aber nur wenn Ihr die Strömung nicht unterschätzt. Überall liegt Treibholz kreuz und quer. Der schwarze Sand stammt von den eisenhaltigen Steinen der umliegenden Hügeln und ist noch recht kühl.

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Wir beobachten die Möwen und schlendern bis zu den steilen Klippen. Auch diese bestehen aus stark verdichtetem Löss und verwittertem Lehm, Material, das bei Regen und Brandung extrem schnell erodiert. Deshalb wirken die Wände so porös und steil. Sie brechen in kleinen Schüben. Laut den Einheimischen verändern sich die Klippen jedes Jahr. Wieder ein Grund Neuseeland auf der Bucket List zu lassen 😉

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Zurück am Camper verstauen wir unsere 7 Sachen und weiter geht die Fahrt. Unser nächstes Ziel ist Kaikoura und hoffentlich entdecken wir die ersten Robben 🦭