Aitutaki, eines der schönsten Atolle der Welt, ist bekannt für seine türkisfarbene, glasklare Lagune und Sandstrände voller Palmen.

Wer mit dem Bus zum Flughafen will, sollte nicht den letzten nehmen. Denn sie sind oft verspätet oder machen am Busterminal in Avarua Pause. Da es für uns zeitlich kein Unterschied ist, steigen wir in den Bus „Clockwise“ ein - gar nicht so leicht mit unserem Gepäck 🧳

Die Strecke zieht sich. Für die knapp 20 Kilometer braucht er eine gute Dreiviertelstunde. Egal, wir haben Zeit. Bei Inlandsflügen ist alles super entspannt. Bis zu 15 Minuten vor Abflug könnten wir theoretisch einchecken. 

Dafür brauchen wir nicht mal unseren Reisepass. Wir nennen unseren Nachnamen, der dann auf einer Liste abgehakt wird. Klar, bei maximal 34 Passagieren lohnt es sich nicht, den Prozess zu digitalisieren 🤣 

Wir sitzen in der 1. Reihe der Saab 340 und damit an einem der Notausgänge. Der Platz erweist sich als sehr gut, wir haben einen wunderbaren Blick auf Rarotonga beim Abflug und auf Aitutaki bei der Ankunft 40 Minuten später.

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Aitutaki besteht aus einer Hauptinsel und 15 kleinen Motus, die wie Perlen auf dem Außenriff liegenZur Erinnerung: Motus sind sogenannte Koralleninseln, die meist unbewohnt sind. Dort gibt es nur Palmen und Sandstrände, weswegen sich auf einigen zahlreiche Vogelkolonien angesiedelt haben. 

Dazwischen liegen etwa 50 Quadratkilometer Lagune, die an Blautönen alles übertrifft, was wir bisher gesehen haben. Das Besondere, die Hauptinsel istvulkanischen Ursprungs, der Rest, das Korallenriff und die Motus, haben sich erst im Laufe der Zeit entwickelt. Wenn wir also ganz korrekt sein wollen, ist Aitutaki kein Atoll, sondern nur ein „Beinahe-Atoll“. Aber wen interessiert die Klassifizierung? 🤔 

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Matthias, der Inhaber vom Matriki Beach Huts, wartet schon auf uns. Mark hatte schon so eine Vermutung und tatsächlich begrüßt er uns auf Deutsch, wenn auch etwas widerwillig. Als er merkt, dass es uns egal ist, ob wir Deutsch oder Englisch sprechen, scheint er etwas milder gestimmt 😂

Die Unterkunft liegt direkt am Meer. Allerdings wohnen wir im Garden Hut, das heißt, etwas rückversetzt, dafür mit eigener Dusche und Toilette. Das galt es im Vorfeld abzuwägen: Meerblick und Gemeinschaftsklo oder eben Garten.

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Mark weiß, wie sehr ich eine eigene Toilette schätze und nichts schlimmer finde, als morgens aufzuwachen und Pipi zu müssen wenn ich eigentlich noch müde bin und dann ist das Bad besetzt 🫣

Wir legen unsere Rucksäcke ab und laufen zum Strand. Das Licht ist gerade so schön, dass wir ein Foto nach dem nächsten machen. Jetzt sind wir wirklich in der Südsee angekommen 😎

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Barfuß spazieren wir durch den weißen Sand voller kleiner Muscheln und Korallen, klares, türkisfarbenes Wasser zur Rechten und super grüne Palmen zur Linken 🌴

Was sofort auffällt, die Palmen sind nicht alle gleich. Sie unterscheiden sich in der Höhe, in der Größe der Früchte und in der Farbe der Schale. Jonny, der Guide von Go Local auf Rarotonga, hat uns schon Ähnliches erzählt. Er erwähnte auch ihre unterschiedliche Nutzung vom täglichen Nahrungsmittel bis hin zur traditionellen Medizin 🙃🙂 

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Und welche Sorten gibt es jetzt? Da wäre die weitverbreitete Cook Island Tall Kokospalme. Wie der Name schon verrät, ist sie sehr hoch. Ihr klarer Vorteil, ihre Anpassungsfähigkeit, denn sie fühlt sich auf Vulkangestein genauso wohl wie auf Korallenriffen. Sie liefert die bekannten Kokosfrüchte, aus denen Kokoswasser, Kokosmilch und Kokosstücke oder -raspeln gewonnen werden 🥥

Besonders ergiebig sind die besonders großen Kokosnüsse der Nu Lakita, einer Tall-Type Kokospalme, die ursprünglich von Atiu Island stammt, zwischenzeitlich aber auch auf Aitutaki angepflanzt wird.

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Zu guter Letzt gibt es noch die Nu Matukute, auch Pink Husk Form genannt. Die Früchte dieser Kokospalme sind Rosa, weswegen die Lokals sie als „Red Eye Coconut“ beziehungsweise „Red Lips Coconut“ bezeichnen. Sie ist wirklich selten und wird medizinisch genutzt. Wir sind gespannt, ob wir eine entdecken 🧭

Wir genießen das erste Gefühl der Ruhe und saugen die Schönheit der Insel in uns auf. Es ist unbeschreiblich 🥰 Kein Wunder, dass schon Kapitän William Bligh, berühmt durch die „Bounty“, die Insel mit ihrer Lagune als die schönste der Welt bezeichnete.

Unser Spaziergang endet am Resort Tava'e. Wir bestellen 2 Cocktails, setzen uns an den Strand und warten auf den Sonnenuntergang. Es ist nicht so, dass wir gestresst sind, im Gegenteil wir sind total entspannt, aber Aitutaki übertrifft nochmal alles. Das ist Südsee pur 🏖️ 

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Da das Restaurant im Resort Tava'e mehr oder minder die einzige Alternative zu selber kochen ist, bleiben wir da und bestellen den Moon Fish auf Kürbispüree sowie ein Fish Curry. Die Portionen sind so riesig, dass es eine zum Teilen auch getan hätte. Nun gut, hoffen wir mal, dass die Sonne morgen trotzdem scheint 😃

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Als wir zurückkommen, ist es dunkel, nur ein Lagerfeuer brennt. Wir setzen uns kurz dazu und wie immer sind unsere Mitbewohner erstaunt, dass wir so einen weiten Weg auf uns genommen haben: „Germany, wow, it’s a long way …“

Ja, das wäre es, wenn wir direkt aus Deutschland gekommen wären, so wie wir es ursprünglich mal vorhatten. Dann hätte unsere Auszeit auf Französisch-Polynesien 🇵🇫 begonnen. So sind die Cookinseln die vorletzte Destination und 2/3 unsere Auszeit liegen hinter uns. Wahnsinn, wie die Zeit vergeht.

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Apropos Zeit: Das Bett ruft. Gute Nacht 😴 

Das kann ja wohl nicht wahr sein. Geben diese Hähne denn nie Ruhe? Müssen die sich quer über die komplette Insel unterhalten? Es ist 7 Uhr morgens und wir sind wach. Der Gedanke an Chicken Curry schießt mir durch den Kopf. Wobei das einen ganz schön großen Topf ergeben würde, bei den vielen Hähnen 😅

Wusstet Ihr, dass für das Krähen nicht nur der Sonnenaufgang entscheidend ist? Auf den Cookinseln leben so viele Hähne wild und ohne jegliche Fressfeinde, weswegen sie ständig Rivalen abwehren und den Hennen imponieren müssen. Es entsteht ein regelrechter "Krähwettstreit", der oft schon vor den ersten Sonnenstrahlen beginnt und bis tief in die Nacht anhält - Kikeriki 🐓

Da die Sonne scheint, nutzen wir die Gunst der Stunde und machen uns auf den Weg die Insel zu erkunden. Vielleicht finden wir ja irgendwo einen Kaffee ☕️ 

Die Fahrräder sehen nicht ganz so vertrauensvoll aus, daher beschließen wir zu laufen. Bis Tina & Co, dem Supermarkt, den alle empfehlen, sind es ja nur 1,5 Kilometer 🥾

Vorher streifen wir noch über das Gelände unserer Unterkunft. Sie ist einfach, hat aber alles, was wir brauchen. Zudem ist sie für die Cookinseln sehr günstig. Manchmal gilt es das abzuwegen.

Die Palmen sind auch noch alle da und sehen am Morgen genauso schön aus wie am späten Nachmittag.

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Entlang der Straße gibt es nicht viel zu sehen, hier und da ein paar Häuser. Aitutaki ist überschaubar, gerade mal 2.000 Menschen leben hier. Es gibt keine Ampeln, warum auch bei dem wenigen Verkehr, die höchste Erhebung ist der Maungapu mit 124 Meter Höhe ⛰️

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Wir genießen die Landschaft und die Ruhe der Insel. Irgendwann taucht links ein Schild zu Tina & Co auf. Vorher gibt es schräg gegenüber der Einfahrt noch einen Kaffee. Einfach gekocht und mit Kokosmilch - gar nicht mal schlecht ☺️ 

Hinterher nehmen wir den Supermarkt in Augenschein und finden was Leckeres zum Frühstück. Wir entscheiden uns für Overnight Oats und Bananenkuchen in Vanillesauce 🥞 Das Coole, die Gerichte werden von den Locals für die Allgemeinheit zubereitet und bei Tina & Co verkauft - Food Sharing auf höchstem Niveau.

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Wir stratzeln weiter bis zum Hafen, entdecken noch das ein oder andere Café oder Takeaway. Öffnungszeiten sind sporadisch. Wer was zu verkaufen hat, stellt ein Schild auf. So wie das Ehepaar, das um Punkt 12 Uhr Sashimi direkt aus der Kühlbox vom Pickup verkauft 🍣

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Zurück im Matriki Beach Huts brauche ich ein Nickerchen 😴 Ich bin immer noch ein wenig angeschlagen. Ich lege mich in den Schatten am Strand, während Mark zum Aussichtspunkt hochsteigt. 

Zum Maunga Pu sind es gute 3 Kilometer, wobei der Weg zu Beginn gut begehbar ist. Er ist gesäumt von Palmen, deren Stämme von Kletterpflanzen umzogen, was das satte Grün noch verstärkt. Mark schwärmt regelrecht davon 🙂 

Zum Ende hin wird es recht steil, was Mark bei den heißen Temperaturen dann doch zum Schwitzen bringt. Im Gegensatz zu unserem Spaziergang entlang der Straße weht auf dem Weg kaum ein Lüftchen 🥵

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Doch der Blick von oben entschädigt für alle Strapazen. 360 Grad über die umliegenden kleinen Dörfer und die berühmte Lagune mit ihren vielfältigen Blautönen - wunderschön und dort auch sehr windig 😊

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Zurück führt sein Weg über den Strand. Natürlich fotografiert er nochmal 1, 2, 3 Palmen und einen der vielen Vögel, die es auf Aitutaki gibt. Interessant, dass wir sie erst hier wahrnehmen. Auf Rarotonga gab es keine Seeschwalben und Krabbenreiher 🤔

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Zur Erfrischung springt Mark anschließend ins Meer und erkundet die Unterwasserwelt. Flossen braucht er nicht, dafür ist die Lagune zu flach, aber Riffschuhe oder Wassersandalen sind von Vorteil, schon allein wegen der vielen Seegurken, die am Boden wimmeln. 

Die sind zwar ungefährlich, doch wichtig fürs Ökosystem. Sie reinigen den Sand ähnlich wie Regenwürmer den Boden. Durch das Umwälzen lockern und belüften sie den Meeresboden und reduzieren die Ansammlung von abgestorbenen organischen Substanzen sowie pathogenen Bakterien 🦠- sehr clever unsere Natur.

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Als Mark aus dem Wasser kommt, ist er total begeistert und erzählt von einem kleinen, gelben, lustig gepunkteten Kugelfisch und zeigt ihn mir sofort auf der Kamera 🐡 Auch die anderen tropischen Fische können sich sehen lassen. Erstaunlich, was diese Lagune alles zu bieten hat.

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Den Abend verbringen wir wieder im Tava'e. Diesmal gönnen wir uns ein Glas Wein, eine Pizza mit Garnelen und geräuchertem Marlin 🍕 sowie die Fisch Tacos 🌮 Eigentlich wollten wir ja kochen, aber wo wir schon mal hier sind 😃

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Als krönenden Abschluss gibt es das Sashimi vom Gelbflossenthunfisch und einen Wodka. Drückt uns die Daumen, dass das Wetter besser wird als vorhergesagt. Die Hoffnung stirbt zu Letzt, dass wir doch noch Wale sehen 🙏