Wir begeben uns auf die Spuren der K-Pop Stars und Sternchen, denn Seouls Herz schlägt im Takt der Idole.
Oft werden wir gefragt, wie wir es schaffen, diese Flut an Eindrücken zu verarbeiten. Das Blog schreiben hilft, zumindest die einzelnen Tage Revue passieren zu lassen. Das große Ganze kommt später 😊
In Seoul gestaltet es sich gerade besonders schwierig, denn es gibt so viel zu entdecken, kulturell, aber auch kulinarisch. Da tut eine Regenpause glatt mal gut. Zumal mächtig was runterkommt. Wir nutzen den Vormittag, um den Blog zu aktualisieren, Bilder zu sortieren und Wäsche zu waschen 😌
Gegen Mittag hört es langsam auf und wir gehen über die Straße im Ouvrir frühstücken. Wo kommt eigentlich dieser französische Einschlag her oder anders gefragt, wer hat den Koreaner beigebracht, so geniale, süße und herzhafte Köstlichkeiten aus Blätterteig zu zaubern? 🥐
Mark verliebt sich sofort in das Pastry mit dem Fleischklops und der Senfsauce. Ich mag das Brot mit Kürbis und Frischkäse am liebsten. Auch die Getränke sind super kreativ, oder wer von Euch hat schon mal einen Earl Grey Tea Latte getrunken?



Was das angeht, ist Seoul wirklich schlimm. Wenn das so weitergeht, müssen wir spätestens auf den Cookinseln oder in Neuseeland fasten 🤪
Unser nächstes Ziel ist der Express Bus Terminal, Seouls zentraler Verkehrsknotenpunkt. Von hier starten täglich über 1.200 Fernbusse zu mehr als 100 Zielen im ganzen Land, darunter auch nach Sokcho. Wir kaufen unsere Tickets für Montag und verschaffen uns schon mal einen Überblick.
Das Terminal verfügt über mehrere Bussteige, die, wenn Ihr wisst, wo sie sind, effizient organisiert sind, um den reibungslosen Ablauf der Abfahrten zu gewährleisten. So ersparen wir uns die Suche mit Gepäck, was echt nicht lustig ist. Zumal es Dir in Seoul immer passieren kann, dass Du anstatt am Busbahnhof im Einkaufszentrum landest 😜
Schätzungen zufolge haben 30 bis 40 Metrostationen einen direkten Zugang zu einer großen unterirdischen Mall, einem Department Store oder einem Einkaufszentrum. Dies betrifft vor allem die großen Umsteigestationen wie Seoul Station oder Express Terminal sowie die Geschäftsviertel Gangnam, Yeouido, Jamsil, Dongdaemun, Samseong und zahlreiche weitere Stadtteilzentren.
Allein die 20 bis 25 größeren unterirdischen Malls haben aufaddiert eine Gesamtlänge von mindestens 8 bis 10 Kilometern. Wer nicht aufpasst, geht da ganz schnell verloren. Wie gut, dass unsere Rucksäcke bereits prall gefüllt sind 😃




Bevor wir der größten Shoppingmeile einen Besuch abstatten, nehmen wir den Bus zum Kulturkomplex Some Sevit. Besser gesagt, wir versuchen es. Mit dem ersten Bus - irgendwas mit 400 - landen wir nicht da, wo wir hinwollen. Gut, dann eben mit dem Bus 740 wieder zurück und schwups, sind wir da. Ganz ehrlich, bevorzugt immer die Metro. Bus fahren ohne Internet für Naver oder Google ist eine Katastrophe 🚍
Noch ärgerlicher ist es, wenn sich der Abstecher nur abends zu lohnen scheint. Ja, die 3 Gebäude Gavit, Chavit und Solvit sind als künstlich schwimmende Inseln auf dem Han Fluss ganz nett anzuschauen, aber futuristische Architektur gibt es in Seoul nun wirklich ausreichend. Vielleicht schaffen wir es ja an einem unserer Abende nochmals vorbeizukommen 🤔


Wir quälen uns durch den Stau und landen irgendwann etwas genervt am World Trade Center. Bei so vielen Tagen 24/7 zusammen, bleibt das nicht aus. Klar, gibt es da auch mal so Phasen … Zum Glück sind sie meistens kurz und überschaubar 🙏
Kaum ein Ort in Seoul vereint so viel von der pulsierenden Gegenwart Südkoreas wie das World Trade Center, die angrenzende COEX Mall und mittendrin schlägt im hippen Gangnam Viertel das Herz der K-Pop Kultur.







K-Pop, kurz für Korean Popular Music, ist ein globales Musikphänomen, das in den 1990er Jahren mit Gruppen wie „Seo Taiji and Boys“ seinen modernen Ursprung fand. K-Pop verbindet westliche Musikgenres wie Hip-Hop, R&B und Electro mit koreanischer Sprache, ausgefeilten Choreografien und einem einzigartigen Idol-System 🙃🙂
Boy- und Girlgroups wie „BTS“ oder „BLACKPINK“ begeistern weltweit Millionen von Fans. Sie prägen Mode, Tanz und Lifestyle und sind ein wichtiger Exportfaktor für Südkorea. Wir stolpern des Öfteren über die Namen „TREASURE“ und „ENHYPEN“, beides Bands der 4. K-Pop Generation, die 2020 über die Survival-Show YG Treasure Box und I-LAND gegründet wurden.
Die COEX Mall ist mit über 150.000 Quadratmetern nicht nur eines der größten unterirdischen Einkaufszentren Asiens, sondern auch eine Pilgerstätte für K-Pop Fans. Auf dem COEX K-POP Square leuchten riesige LED-Wände mit den angesagtesten K-Pop Stars.






Doch das ist noch nicht alles: Wir besuchen das Ktown4u, einen mehrstöckigen K-Culture-Complex, der sich voll und ganz den Fans widmet. Wir sind beeindruckt von dem riesigen Angebot an Alben, Merchandise, Beauty- und Lifestyleprodukten. In der 3. Etage gibt es eine etablierte K-Pop Academy, die Tanz- und Gesangsunterricht anbietet. Vielleicht sollten wir umsatteln? 🤣
Wusstet ihr, dass viele K-Pop Stars in sogenannten Idol-Schulen ausgebildet werden? Mit täglichem Tanz-, Gesangs- und Sprachtraining werden sie schon im Teenageralter auf ihre Karriere vorbereitet. Der Druck ist enorm, nur ein Bruchteil von ihnen schafft es tatsächlich ins Rampenlicht. Doch der Traum vom Ruhm lässt viele durchhalten 😎
Wer es noch authentischer mag, sollte in Gangnam auch einen Blick auf die Zentrale von SM Entertainment werfen, einem der größten K-Pop Labels. Mit etwas Glück gelingt es, dort ein Idol oder einen Star beim Verlassen des Gebäudes zu sehen 🍀
Alternativ bieten Dance Cover Cafés die Möglichkeit, die berühmten Choreografien live mitzuerleben, performed von Fans, die ihre Idole oder Stars oft verblüffend genau imitieren. Nirgendwo ist diese Begeisterung so greifbar wie in Gangnam 😲




Klingelt es bei Gangnam eigentlich bei Euch? Erinnert Ihr Euch noch an den Hit „Gangnam Style“ von Psy? Genau dieser hat dem Stadtteil weltweite Bekanntheit verschafft und steht wie keine andere Ikone für die schillernde Mischung aus Luxus, Glamour und moderner Popkultur in Seoul 🇰🇷
Und weil Psy das alles immer mit einem Augenzwinkern verbunden hat, steht direkt vor der COEX Mall die Gangnam Style Skulptur. Mit den überkreuzten Händen aus dem berühmten Reittanz würdigt sie seinen Welterfolg sowie den Aufstieg Seouls als globales Popkulturzentrum 👏
Zudem untermauert sie die außergewöhnliche Atmosphäre im World Trade Center und dem COEX-Komplex, wo Business, Shopping und K-Pop Kultur aufeinander treffen und K-Pop Fans in einen coolen Hotspot rund um die pulsierende Musikwelt Koreas eintauchen können 🎶





Reizüberflutung pur. Wie gut, dass sich der Bongeunsa Tempel nur wenige Meter weiter auf einem kleinen Hügel befindet, wo wir zu unseren inneren Mitte zurückfinden können. Über uns symbolisieren weiße Laternen Reinheit und Frieden und in der Mitte weisen uns teils wunderschöne blühende Lotusblumen den Weg der Erleuchtung 🪷
Das Wahrzeichen des Bongeunsa Tempels, der bereits im Jahr 794 während der Silla-Periode vom Mönch Yeonhoe gegründet wurde, ist eine imposante 23 Meter hohe Steinfigur des zukünftigen Buddhas Maitreya, der als kraftvolles spirituelles Symbol für Hoffnung und Frieden gilt ☸️





In den vergangenen Jahrzehnten wurde der Tempel unter anderem während des Koreakrieges mehrfach zerstört und wieder aufgebaut. Heute gehören die aktiven Mönche, die hier leben, buddhistische Zeremonien abhalten, Meditationen begleiten und Übernachtungen anbieten, zum Jogye Zen Orden, der größten buddhistischen Gemeinschaft in Südkorea.




Interessant zu wissen: Für rund 20 Prozent der Südkoreaner spielt der Buddhismus eine wichtige Rolle im Alltag. Ein Besuch im Bongeunsa Tempel ist von daher nicht nur eine kurze Erholung von der trubeligen Stadt, sondern auch ein kleiner, authentischer Einblick in die koreanische Religion, wobei mehr als die Hälfte der Bevölkerung keiner Religion folgt 😇






Wir laufen zur U-Bahn-Station Bongeunsa der Linie 9, und fahren in den Stadtteil Cheongdam, wo Popkultur auf Luxusmarken trifft. Die K-Star Road ist eines der Highlights für alle Hallyu-Fans.
Zum einen säumen die gut 1 Kilometer lange Straße knallbunte „Gangnam Dols“, lebensgroße Figuren berühmter K-Pop Gruppen. Zum anderen reihen sich die Flagship Stores weltbekannter Marken wie Chanel, Louis Vuitton, Gucci oder Prada wie Perlenkette aneinander.





Für uns sind es nur Fotomotive. Für echte Fans sind sie quasi das Mekka der weltweiten Popularität und Verbreitung der Kulturprodukte. Viele Agenturen der Idols und Stars liegen ganz in der Nähe. Einige der K-Pop Stars halten sich des Öfteren in den exklusive Boutiquen, den Concept Stores und den Pop-up Cafés auf. Andere wohnen sogar in den luxuriösen Apartments des Viertels. Unser Problem ist, wir würden sie gar nicht erkennen 😂






Dennoch fragen wir uns, wie sich das leisten können? Top-Acts wie BTS oder BLACKPINK erzielen Millionenumsätze durch Musikverkäufe, Konzerte, Werbedeals und Markenkooperationen. Andere erweitern ihr Portfolio als Schauspieler, Models oder Unternehmer und verdienen damit immer noch durchschnittlich 75.000 US-Dollar pro Jahr 💰



Wir fahren zurück in Richtung Cheonggyecheon und statten dem HiKR Ground, einem modernen Besucherzentrum direkt am Fluss, noch einen Besuch ab. Der Name setzt sich aus „Hi“ (Begrüßung) und „KR“ (Korea) zusammen.
Im HiKR dreht sich alles um Videospiel- und Gaming-Installationen. Noch so eine Kultur, die sich uns nicht wirklich erschließt. Aber die Koreaner lieben es, die Räume sind gut besucht. Uns hätten eher das XR Studio und die bekannten K-Drama interessiert, beides wurde leider nicht angeboten.




Zeit fürs Abendessen und dafür geht’s auf den Dongdaemun Market. In der Grilled Fish Alley, einer etwa 40 Jahre alten Gasse, reiht sich ein Fischrestaurant an das nächste. Alle servieren frisch gefangenen Fisch, meistens Makrele und Haarschwanz, der traditionell über Holzkohle gegrillt wird und dadurch ein besonders intensives Aroma erhält 🐟 Wir bestellen zusätzlich noch Oktopus, der in einer Art Tomaten-Chili-Sauce serviert wird.
Die Atmosphäre mit rufenden „Ahjummas“, knisterndem Feuer und einer großen Vielfalt an Beilagen wie Kimchi aus Perillablättern, Misosuppe, Reis, Sojabohnen und Zwiebeln mit Chilis machen den Besuch zu einem authentischen Erlebnis. Solltet Ihr Euch fragen, wie wir die Auswahl des Restaurants treffen. Ganz einfach, wir nehmen das, wo die meisten Einheimischen sitzen 🤫






Der Kontrast könnte kaum größer sein. Nur wenige Meter weiter erstrahlt das futuristische Dongdaemun Design Plaza, kurz DDP, in bunten Farben. Es wurde 2014 eröffnet und von der renommierten Architektin Zaha Hadid entworfen.
Tagsüber präsentiert das DDP, welches sich auf einem ehemaligen Militärgelände befindet, Mode, Kunst und Design auf einer Ausstellungsfläche von rund 85.000 Quadratmetern 😳
Abends verwandelt es sich mit seinen geschwungenen Linien in ein beleuchtetes Kunstwerk. Die komplette Fassade ist mit LEDs ausgestattet, die täglich verschiedene Illuminationen produzieren💡




Zusätzlich kommen wir noch in den Genuss 2 weiterer Kunstwerke: Die pinken Ballons von Vincent Leroys schweben in Form einer Wolke sanft im Rhythmus der Stadt und verzauberen uns mit immer neuen Perspektiven. Die interaktive Installation von ENESS, die uns irgendwie an Oktopuse erinnert, laden zum spielerischen Entdecken ein. Die Figuren reagieren mit Licht, Klang und Wasser auf die Bewegungen der Menschen vor Ort.





Diese Stadt ist und bleibt eine einzige Faszination. Eigentlich müssten wir uns jeden Abend auf die Socken machen, um alles zu sehen, was es allein an Lightshows zu entdecken gibt 🫣